Body of lies

Originaltitel: Body of Lies
Herstellungsland: USA 2008
Länge: 128 min.
Regie: Ridley Scott
Buch: William Monahan (Screenplay), David Ignatius (Novel)
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Ali Suliman, Alon Abutbul

Crowe & DiCaprio Crowe & DiCaprio

Die Story

Der CIA - Laufbursche Roger Ferris (DiCaprio, ab 15. Jan. in „Revolutionary Road") ermittelt verdeckt im Irak und soll den Al - Quaida - Führer Al-Saleem (Alon Abutbul) ausfindig machen und beseitigen.

 

Überwacht wird das Ganze vom selbstgefälligen Agenten Ed Hoffman (Crowe, ab Nov. 2009 in Ridley Scott´s „Nottingham"), der die Einsätze von „Body", wie er Ferris am Telefon nennt, via Satellit dirigiert. Die Spur treibt die Amerikaner in eine Sackgasse.

 

In Folge dessen führen die Ermittlungen nach Jordanien, wo sich Body mit dem dortigen Chef des Geheimdienstes Hani (Mark Strong, ab 19. März in Guy Ritchie´s „RocknRolla") verbündet, um die Fährte wieder neu aufzunehmen.
Auch dieser erneute Versuch, den Terroristenführer aufzuspüren, scheitert.
Body sieht sich gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in einen verheerenden Hinterhalt...

 

Der aktuelle Bezug

Das offizielle Filmplakat Das offizielle Filmplakat

Die Geschichte von David Ignatius´ gleichnamigem Roman ist natürlich topp aktuell und gerade deshalb im Kino gut anzusehen. Leider sind in der Vergangenheit schon einige Filme, die die Themen „Irak" sowie „Afghanistan" aufgreifen, an den Kinokassen kläglich gescheitert. Und das, obwohl es sich um anspruchsvolle („Im Tal von Elah"), genauso wie um actionreiche („Operation: Kingdom") Filme handelte.

 

Regisseur Ridley Scott, der bekannt für intelligente und gut gemachte Streifen ist, obwohl sie aus Hollywood sind, versucht das zu ändern, indem er einen Mittelweg findet und das Eine mit dem Anderen zu kombinieren weiß. „Body of Lies" ist seine Abrechnung mit dem so genannten „War on Terror", also den außenpolitischen Aktivitäten der vergangenen US - Regierung.

 

Der Regisseur/Film

Das an diesem Film eine Menge toller Menschen beteiligt waren, steht außer Frage. Allen voran einem der besten Regisseure, die je für die USA gedreht haben: Ridley Scott. Obwohl er eigentlich Brite ist, drehte er die meisten seiner Kinowerke für und in Hollywood. In über 30 Jahren hat er Filme wie „Alien", „Blade Runner", „Thelma & Louise", „Gladiator" oder zuletzt „American Gangster" realisiert. Mit seinen 71 Jahren ist er der wohl erfahrendste Mann für die Regie in Hollywood.

 

In „Body of Lies" kann er all sein Können komplett auffahren und zur Schau stellen. Beeindruckend, wie er seine komplexe Handlung mit intensiven Bildern fotografiert hat.

 

Die wenigen actiongeladenen Szenen haben es derart in sich, dass man regelrecht zusammenzuckt, weil man sich in den Film verschlungen fühlt. Zum Beispiel in einer Szene im ersten Drittel, wo es zum Gefecht in einer Wüste zwischen Jeeps und Helikoptern kommt: Hier kracht es gewaltig und schnitttechnisch ist dieser Take eine kleine Meisterleistung.

 

Vor allen Dingen aber die Folterszene von Leonardo DiCaprio im letzten Teil, ist von extremer Intensität und Dynamik.

Strong & DiCaprio Strong & DiCaprio

Die Darsteller

Da gibt es ebenfalls nicht wirklich etwas zu beanstanden: DiCaprio spielt glaubhaft wie immer und mausert sich mehr und mehr zum Actionhelden, Crowe bleibt schauspielerisch routiniert und höchst professionell und nimmt gleich mal 25 Kilo für die Rolle des selbsternannten „Menschenretters" zu und die wirkliche Entdeckung des Filmes ist Mark Strong, der den jordanischen Geheimdienstchef Hani gibt. An das Spiel und die Mimik und Gestik von Andy Garcia erinnernd, zieht er im Hintergrund alle Fäden im großen Stück aus Lügen, Intrigen, Verrat und Terror.

Die Kritik

Regisseur Scott Regisseur Scott

Wer hier einen explosiven Actionfilm mit traditionellem Happy Ending erwartet, der täuscht sich gewaltig. Ridley Scott´s Anti - Terror - Politfilm ist zwar ein ansehnlicher und definitiv genial gemachter Thriller, aber er wird sein Massenpublikum nicht finden, weil er seine Zuschauer überfordert. Den meisten wird der komplexe Handlungsstrang schwer zu schaffen machen und es bedarf schon ein wenig Konzentration, um den Geschehnissen bis ins Detail zu folgen. Wem das hingegen zusagt und wer sich etwas für Komposition, Kameraführung und Schnitt begeistert, der wird sich wohl an diesem Film ergötzen.


Punktabzüge gibt es zum einen für minimale Längen in der Handlung und dafür, dass der Film in Hollywood entstanden ist. Denn Scott sagt, dass er Hollywood hasst, weil dort „Scheiße" produziert wird. Aber seine Filme sind genau das. Nicht scheiße, aber aus Hollywood. Das versteht man so wenig, wie den deutschen Titel des Films: Der Mann, der niemals lebte.

 

007elix,
24.11.08

007elix gibt dem Film 5 von 7 Siebenen 007elix gibt dem Film 5 von 7 Siebenen

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