Im Winter ein Jahr

Herstellungsland: D 2008
Länge: 129 min.
Regie: Caroline Link
Buch: Scott Campbell (novel), Caroline Link (screenplay)
Darsteller: Karoline Herfurth, Josef Bierbichler, Corinna Harfouch, Hanns Zischler, Misel Maticevic, Inka Friedrich, Paula Kalenberg, Cyril Sjöström

Lilli Lilli

Die Story

Die Familie Richter verliert ein Familienmitglied auf tragische Weise: Alexander (Cyril Sjöström) erschießt sich mit einem Gewehr. Alle Betroffenen versuchen seinen Tod auf ihre Weise zu verarbeiten. Vater Thomas (Hanns Zischler) ist ein angesehener Bioniker und verliert sich in viel Arbeit und einer Affäre.

 

Alex´s Mutter Eliane (Corinna Harfouch) ist Innenarchitektin und genauso traumatisiert wie seine Schwester Lilli (Karoline Herfurth), die Tanz und Gesang studiert. Eliane schickt Lilli zum Künstler Max (Josef Bierbichler), der die Geschwister gemeinsam auf einem Gemälde verewigen soll. Auf die sonst so (scheinbar) idyllische Familienbande wartet eine große Zerreißprobe ...

Der Hintergrund

Das offizielle Plakat Das offizielle Plakat

Regisseurin Caroline Link hat viel zu kämpfen gehabt um ihren aktuellen Film: Sie wollte „Im Winter ein Jahr" schon vor einigen Jahren drehen, doch Differenzen mit den Produzenten in den USA, sowie rechtliche Probleme um das Script haben die Entstehung maßgeblich erschwert. Deshalb schrieb sie das Drehbuch kurzerhand um und hat ihr Projekt ausschließlich in Deutschland realisiert.

 

Nach „Jenseits der Stille", „Pünktchen und Anton" und ihrem Oscar prämierten „Nirgendwo in Afrika" ist „Im Winter ein Jahr" erst ihr vierter Spielfilm in 12 Jahren. Kein Wunder, bei so viel Familienstress: Im Anschluss an die Dreharbeiten zu „Nirgendwo in Afrika" bekam Caroline Link ihr Kind Pauline und konnte wegen Krankheit der Kleinen nicht einmal ihren Oscar persönlich entgegen nehmen.

 

Liiert ist sie mit dem Regisseur Dominik Graf („Der rote Kakadu") und nach siebenjähriger Babypause widmet sie den beiden ihren neuen Film.

 

Familie Richter Familie Richter

Die Wertung

Wer die Geschichte um dieses Familiendrama für langweilig hält, sollte sich dennoch nicht abschrecken lassen diesen Film zu sehen. Egal ob im Kino oder bald auf DVD/Blu-ray Disc.

 

An dieser Stelle kommt jetzt keine ausführliche Analyse über Kamerafahrten oder Schnitt. Genau das wird in diesem Film auf ein Minimum reduziert. Das heißt: Man bekommt durchweg tolle und sehr poetische Bilder zu sehen, aber der springende Punkt ist, dass wir hier visuell nicht überfüttert werden, wie beispielsweise in den meisten amerikanischen Filmen.

 

Ohne aufdringlich zu sein, zeigt uns Regisseurin Caroline Link, dass es ihre Stärke ist, in diesem Film den Darstellern freies Spiel zu lassen. Das gesamte Ensemble überzeugt nicht nur, sondern spielt geradezu bewegend und begeisternd auf.

 

Ich könnte jede mitwirkende Person hier auflisten. Jeder trägt seinen Teil zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Und genau das bekommen wir endlich mal wieder zu sehen: Eine Geschichte. Das Wesentliche, worüber sich gutes Filme machen schon immer definierte.

 

Lilli & Max Lilli & Max

Eine Person sei aber an dieser Stelle noch besonders hervorzuheben: Karoline Herfurth. Es ist regelrecht beängstigend, mit welcher Hingabe sie die innere Zerrissenheit ihrer Figur verkörpert und welche Tiefe sie ihr damit verleiht. Dabei spielt sie natürlich all ihren Charme komplett aus und hat eine unendlich dominante Leinwandpräsenz, die man in jeder Szene spürt, in der sie zu sehen ist. Und selten war eine Frau so schön, ohne schön zu sein.

 

Fazit: Ein Familiendrama, das seine Intensität von Minute zu Minute dank großartiger schauspielerischer Leistungen, stetig steigert.

 

007elix am 3.12.2008

007elix gibt dem Film 7 von 7 Siebenen 007elix gibt dem Film 7 von 7 Siebenen

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