Entschleunigung!

Knowing

Originaltitel: Knowing
Herstellungsland: Australia 2009
Länge: 121 min.
Regie: Alex Proyas
Darsteller: Nicolas Cage, Chandler Canterbury, Rose Byrne, Lara Robinson, Nadia Townsend, Ben Mendelsohn

Das Bild spricht Bände ... ##Fotos: Veranstalter## Das Bild spricht Bände ... ##Fotos: Veranstalter##

Wenn man sich Nicolas Cages Karriere mal als Aktienverlauf vorstellen würde, erkennt man erschreckende Parallelen zur aktuellen Weltwirtschaftskrise.

 

In den 90ern waren seine Filme stets Kassenhits und das, obwohl er zwischen den Genres hin und her sprang: Auf zwei Actionfilme folgte immer mal wieder eine Komödie oder eine Romanze. Jeder „Con Air" oder „The Rock" hatte einen „Stadt der Engel" zur Folge. Auf jeden „Acht Millimeter" und „Bringing Out the Dead" kam ein seichter „Family Man".

Cages letzter auf ganzer Linie überzeugender Film liegt mit „Lord of War" immerhin schon gut vier Jahre zurück.

 

In den letzten Jahren drehte er überwiegend Nonsense und merkwürdiges Geschwurbel wie „Wicker Man", „Ghost Rider" und vor allem „Next". Sein bislang letzter Auftritt in „Bangkok Dangerous" feierte bei uns seine Premiere nur auf DVD.

 

Zurzeit mit ihm im Kino: „Knowing"...

Das offizielle Plakat. Das offizielle Plakat.

Zum Inhalt: John Koestler (Cage) ist Witwer, Lehrer für Astrophysik und Vater von Caleb (Chandler Canterbury). Als eines Tages in Calebs Schule eine Zeitkapsel aus dem Jahre 1959 ausgegraben wird, fällt ihm ein seltsames Schriftstück in die Hände. Vor gut 50 Jahren haben Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen von der Zukunft zu Papier gebracht.

 

Caleb erhält ein Blatt von einer gewissen Lucinda Embry (Lara Robinson), die ausschließlich Zahlen darauf gekritzelt hat.

 

John kommt dahinter, dass es sich bei den Zahlen um Daten von Katastrophen und die Anzahl der jeweiligen Opfer handelt. Mit Hilfe von Lucindas Tochter Diana (Rose Byrne) versucht er das Rätsel zu lösen und weitere Tragödien zu verhindern ...

So beginnt zumindest der neue Film von Regisseur Alex Proyas („The Crow" & „I, Robot"), der im Folgenden seines neusten Werkes „Knowing" auf allen Pfaden der Genres herumwandert. Es muss sich erst noch herausstellen, was der Film tatsächlich ist.

 

Jedenfalls enthält er viele unterschiedliche Elemente. Ich sage es mal kurz: „Knowing" ist ein Mystery-Fantasy-Horror- Science-Fiction-(Action)-Thriller und als genau das würde er auch ganz gut taugen, wären da nicht die vielen kleinen Schönheitsfehler.

 

Die Story ist natürlich banal - wie sollte es auch anders sein. Ein Mann versucht Zahlen zu entschlüsseln und deckt immer ein neues Puzzle-Teil auf. Sind die Katastrophen Schicksal? Eine göttliche Fügung? Warum kann ein kleines Mädchen all das vorhersehen?

John & Diana John & Diana

Der Film beschäftigt sich mit jenen Fragen, aber das Eingreifen, also der direkte Einfluss, von Menschen auf genau dieses Vorwissen wird nicht klar beleuchtet.

Das Problem des Films besteht grundlegend darin, dass dem Zuschauer zu viel Zeit zum Nachdenken gegeben wird und er dadurch die Gelegenheit bekommt, die dicken Löcher im Drehbuch heraus zu „sehen".

 

Natürlich ist das zum Teil gut, weil „Knowing" nicht mit Nonstop-Action vollgepackt ist. Die wenigen Katastrophenszenarien, die wir zu sehen bekommen, haben es in sich - gerade durch den Sound im Kino.

 

Insgesamt ist „Knowing" eher mäßige Unterhaltung, die vielleicht auf der großen Leinwand noch ganz nett rüberkommt, ansonsten aber wenig Schauwerte bietet.

 

Hinzu kommt ein angeschlagen aufspielender Nicolas Cage, der über die gesamten 121 Minuten blass bleibt. Bleibt ihm nur zu wünschen, dass seine Aktien bald wieder steigen.

 

Fazit: Zu viel Nonsense und zu viele Logiklöcher trüben das Vergnügen der ansich guten Idee.

 

007elix am 08.04.2009

007elix gibt dem Film 2 von 7 Siebenen. 007elix gibt dem Film 2 von 7 Siebenen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1

  • #1

    Marcus Poschlod (Mittwoch, 06 Mai 2009 23:27)

    Kann Dir nur beipflichten, den kann man sich echt klemmen.

  • loading

Impressum | druckversionDruckversion | Sitemap
© Herr Poschinger / Marcus Poschlod