Originaltitel: Shutter Island
Herstellungsland: USA 2010
Länge: 138 min.
Regie: Martin Scorsese
Buch: Dennis Lehane (Roman), Laeta Kalogridis (Drehbuch)
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Max von Sydow, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley, Ted Levine, John Carroll Lynch, Elias Koteas
Leonardo di Caprio ##Fotos: Pressematerial Kinoveranstalter##
Teddy Daniels (DiCaprio) und Chuck Aule (Ruffalo) -
beide Cops - werden zur Insel Shutter Island geschickt, um dort das mysteriöse Verschwinden einer Patientin aufzuklären.
Zur Seite steht ihnen bei ihren Ermittlungen Dr. Cawley (Kingsley), der die Nervenheilanstalt für Schwergestörte leitet. Die ganze Aktion wird zur Tortur für alle Beteiligten ...
Szene aus "Shutter Island"
An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte über diesen begnadeten und stark unterschätzten Schauspieler verlieren. Viele halten ihn für einen B-Darsteller oder Zweitware. Zu Unrecht.
Mark Ruffalo boxt sich wortwörtlich durchs Filmbusiness. Dreht mit großen Regisseuren wie Michel Gondry (Vergiss mein nicht), Michael Mann (Collateral), David Fincher (Zodiac) und Spike Jonze (Wo die wilden Kerle wohnen).
Mark Ruffalo
Zwar sind seine Einsätze oft kurzer oder kleiner Natur - sprich: Er ist ein gebuchter Nebendarsteller, doch ihm gelingt es trotz einfacher Hollywood-Schnulzen stets bei großartigen Filmen dabei zu sein.
Und das obwohl es 2002 nicht gut um den gelernten Theaterschauspieler stand. Ihm wurde ein Gehirntumor diagnostiziert und nach der OP, sah es nicht gerade danach aus, dass Ruffalo je wieder schauspielern könne.
Aber er tat es einfach und seine Karriere kam erst jetzt richtig in Fahrt.
Einen weiteren herben Rückschlag musste Mark Ruffalo 2008 auf sich nehmen. In diesem Jahr erschoss sich sein zwei Jahre jüngerer Bruder im Drogenrausch beim Russisch-Roulette.
Nach „Gangs of New York", „Aviator" und „Departed", ist „Shutter Island" nun schon die vierte Zusammenarbeit zwischen Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese - ein Ende nicht in Sicht. Somit tritt DiCaprio in Robert De Niros Fußstapfen, der bisher auf Scorsese-Filme abonniert war.
Di Caprio und Scorsese
Um es vorweg zu nehmen, aber nicht zuviel zu verraten: „Shutter Island" ist ein überaus gelungener Film in durchkomponierter Psycho-Thriller Manier mit dem typischen Rätselraten. Den letzten Film dieser Art drehte Scorsese wohl 1991 mit „Kap der Angst".
Was mir persönlich besonders gefallen hat, ist die für heutige Verhältnisse langsame Erzählweise der Geschichte. Die Spannung allerdings geht dabei nie flöten - im Gegenteil. Das liegt aber vermutlich hauptsächlich daran, dass Dennis Lehane die Geschichte liefert und sich bereits mit „Mystic River" und „Gone Baby Gone" in Sachen Spannung und komlexe und vor allem düstere Geschichten einen Namen gemacht hat.
Ben Kingsley als Dr. Crawley
Außerdem gefällt das Ensemble einmal mehr. Von der jungen Garde um Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo und Michelle Williams über aufstrebende Charaktermimen wie Jackie Earle Haley und gestandene Querköpfe wie Ben Kingsley bis hin zum Urgestein Max von Sydow ist das ein Cast, der seinesgleichen sucht.
Das Kinoplakat
Virtuos eingefangen wird das Ganze vom Oliver-Stone-Kameramann Robert Richardson.
Er produziert nicht die typischen und modernen Wackelbilder, wie wir sie aus den Bond- und Bourne-Filmen kennen, sondern streut gekonnt ab und an Reißschwenkbilder ein, die es dem Zuschauer an der ein oder anderen Stelle unterbewusst unangenehm machen sollen.
Mein Fazit: Hier kann niemand etwas falsch machen: Nicht lange überlegen - reingehen und sich selbst ein Urteil erlauben. Der Kinobesuch lohnt sich auf jeden Fall dank der spannenden Geschichte und der Protagonisten, die dieser ihren Glanz verleihen.
007elix gibt "Shutter Island" 5 von 7 Siebenen ...