Herstellungsland: D / UK / USA 2009
Länge: 118 min.
Regie: Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
Darsteller: Clive Owen, Naomi Watts, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thomsen, Jack McGee, Ben Whishaw
Als erfahrener und idealistischer Interpol Agent, kommt Louis Salinger (Clive Owen) eher zufällig einer Verschwörung auf die Schliche. Dass es sich dabei um eine weltweit operierende europäische Großbank dreht, die ihre Finger mit Waffenhandel, Korruption und Mord beschmutzt, ahnt er dabei zunächst nicht. Unterstützung erhält er bei den Ermittlungen von der Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts). Der Mittelsmann Wilhelm Wexler (Armin Mueller-Stahl) scheint etwas zu wissen. Doch die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, bis Salinger selbst auf der Abschussliste steht ...
„Die Realität hat seinen Film eingeholt..." schreibt die Presse allerorts über den neuen Film von Tom Tykwer. Nun, so ist es und der Regisseur aus Wuppertal scheint darüber nicht gerade glücklich zu sein. Bereits im Vorfeld der Premiere von „The International" äußerte sich Tykwer zutiefst schockiert über seine Prognose in Bezug auf die Kreditinstitute.
Gedreht wurde überwiegend an Originalschauplätzen und so führten die Dreharbeiten das Team quer über den Planeten (Berlin, Istanbul, New York etc.). Die Studioaufnahmen wurden in Babelsberg aufgenommen. Hauptaugenmerk galt dabei dem Nachbau des New Yorker Guggenheim Museums. Was beim Bau des Originals mehrere Jahre in Anspruch nahm, realisierten Bühnen- und Setbauer mal eben in vier Monaten.
Der Nachbau des Guggenheim-Museums in New York.
Klar hat „The International“ seinen Erfolg den wirtschaftlichen Geschehnissen weltweit zu verdanken. Doch aufgrund dieser Sache liegt auch ein großer Druck auf den Filmemachern, denn die
Erwartungen der Zuschauer und Kritiker sind gleichermaßen hoch.
Die Machart bricht mit fast allen üblichen Klischees des Genres, was der Atmosphäre im Film wirklich gut tut. Tom Tykwer vernachlässigt hierbei nie, seinen Charakteren genug Raum für Entwicklung zu
geben. Seine Bilder werden wie immer vom Hamburger Frank Griebe geliefert, der sich voll und ganz auf die Handlung konzentriert, ohne durch experimentelle Kamerafahrten vom Geschehen
abzulenken.
Anders hätte „The International“ wohl auch nicht funktionieren können, weil den Zuschauer eine komplexe und weit verzweigte Geschichte erwartet. Alles ist irgendwie etwas textlastig, aber Langeweile
kommt dabei nie auf. Die Dosis stimmt und es gelingt, die Handlung in Schwung zu halten und die Geschichte mit Tempo voranzutreiben, so dass es immer spannend bleibt.
Absoluter Höhepunkt und etwas, was man bisher in dieser Form noch nicht gesehen hat, ist die Actionszene im nachgebauten Guggenheim-Museum. Sie kommt aus dem Nichts, ist von roher Gewalt und perfekt
koordiniert. Die Eintrittskarte lohnt sich allein ihretwegen.
Mein Fazit: geradliniger Thriller mit einer einzigen Actionszene, die sich gewaschen hat.
22.02.2009
007elix gibt dem Streifen 5 von 7 Siebenen